Randale in Neukölln

Gestern Abend ( 10. Januar 2015) haben , laut Presseberichten und Twitter-Meldungen, etwa 30 bis 50 Leute in der Umgebung des Rathauses Neuköllns verschiedene Gebäude mit Steinen und Farbbeutel attackiert. Das Rathaus , das Amtsgericht Neukölln, die Neukölln-Arcaden , die Commerzbank und Lidl bekamen kaputte Scheiben, bunte Farbe und Parolen ab.
„Oury Jalloh das war Mord“ „ACAB“, „No Justice No Peace“

Es wurde ein Flugblatt verteilt mit der Überschrift „Oury Jalloh – das war Mord
….
„Heute sind wir auf der Straße, um sichtbar zu machen, daß staatliche Gewalt für viele Alltag ist und um rassistische Morde des Staates nicht unbeantwortet zu lassen.
Aktionen die die Illusion von herrschender Ordnung und Resignation zerstören, bringen uns dem Leben und der Freiheit ein Stück näher.“

Ein Foto des Flugblattes aus der Berliner Zeitung Flyer

Fotos von heute

Rathaus Neukölln Jan 2015
Rathaus Neukölln, Karl-Marx-Strasse

Amtsgericht Neukölln
Amtsgericht Neukölln, Karl-Marx-Strasse Ecke Schönstedtstrasse

Commerzbank Neukölln
Commerzbank Karl-Marx-Str. Ecke Flughafenstrasse

Hintergründe zu Oury Jalloh aus junge welt vom 7.1.2014
Staatliches Schweigekartell
Zehn Jahre nach dem Feuertod von Oury Jalloh häufen sich Hinweise auf ein Verbrechen im Dessauer Polizeirevier. Und offenbar gibt es Zeugen. Eine Spurensuche.

Eine Presseschau:

Tagesspiegel , 11.1.2015: Vermummte randalieren am Rathaus Neukölln
30 bis 50 Vermummte haben am päten Samstagabend Farbbeutel auf das Rathaus und Steine auf Geschäfte sowie zwei Banken in der Umgebung geworfen. Sie forderten offenbar eine Aufklärung im Fall Asylbewerbers Oury Jalloh.

Berliner Zeitung , 11.1.2015: 30 bis 50 Vermummte verwüsten Rathaus Neukölln
Unbekannte randalieren vor dem Rathaus Neukölln in Berlin. Sie werfen Steine und Farbbeutel. Als die Beamten am Tatort eintreffen, finden sie nur noch Flugblätter.

Ein Bericht mit Fotos auf dem Blog neukoellner.net , 11.1.2015 Steine aufs Rathaus
Erinnern, Anklagen, Steine Werfen: Rund 20 Unbekannte haben in der Nacht in einer Blitzaktion das Amtsgericht, das Rathaus Neukölln und die umliegenden Gebäude mit Steinen und Farbbomben beworfen. Und eine Botschaft hinterlassen. No justice, no peace?

Berliner Morgenpost, 11.1.2015: Randalenacht in Neukölln – Rathaus und Gericht attackiert
Rund 50 Vermummte haben mehrere Gebäude mit Steinen und Farbe attackiert. Der Staatschutz ermittelt und prüft auch, ob es einen möglichen Zusammenhang mit dem Angriff auf eine Leipziger Polizeiwache gibt.

Update 18 Uhr:
Artikel auf linksunten.indymedia, 11.1.2015 [B] 10 Jahre Mord an Oury Jalloh – Demo in Neukölln

Pressemitteilung von Polizei Berlin, 11.1.2015 Festnahmen nach schwerem Landfriedensbruch

Update 12.1.2015:

Berliner Kurier Online, 11.1.2015 Autonomen-Bande demoliert Rathaus

neues deutschland, 12.1.2015 Farbanschläge in Neukölln
Eine Gruppe vermummter Menschen warf Farbbeutel und zerstörte Fensterscheiben von Banken und Geschäften. Verteilte Flyer fordern die Aufklärung des Todes von Oury Jalloh.

tagesezeitung, 12.1.2015 Bunte Randale am Rathaus
PROTEST Farbbeutel aufs Rathaus Neukölln, in Erinnerung an den Tod von Oury Jalloh.

Berliner Morgenpost Online, 12.1.2015 Festgenommene nach Angriff auf Rathaus Neukölln wieder frei
Nachdem mehrere Gebäude in Neukölln attackiert worden sind, sind vier Tatverdächtige wieder frei. Der Staatschutz prüft, ob es einen Zusammenhang mit dem Angriff auf eine Leipziger Polizeiwache gibt.

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Wucher-WG in der Flughafenstrasse 21

WG-Zimmer mit 10 m² zum Schnäppchenpreis von 439 Euro Monatsmiete

Das Geschäftsmodell der Firma Medici Living mit Sitz in der Blücherstrasse 22 scheint zu funktionieren. Sie kaufen Häuser und Wohnungen und vermieten die möblierten Zimmer als WG-Zimmer. Wir haben im Dezember 2013 hier auf dem Blog schon mal darüber berichtet: WG-Platz zum Wuchertarif .
Am 30. Dezember 2014 brachte die Berliner Zeitung im Rahmen ihrer Serie „Neues Berlin“ einen Beitrag „Die Renaissance des möblierten Wohnen“. Ergänzend dazu konnte der Geschäftsführer Robert Gmeiner in einem Interview „WG-Agentur: Einbuchen und loswohnen“ auch schön Werbung für sich machen (beide Texte sind leider nicht Online). Dabei ist sein Geschäftsmodell nichts anders als Erwirtschaftung von Profit mit der Vernichtung von Wohnraum , der für den normalen Wohnungsmarkt nicht mehr zur Verfügung steht. Dabei stört auch nicht das neue Verbot der Zweckentremdung von Wohnraum, das letztes Jahr in Kraft trat.

In der Flughafenstrasse 21 gibt nun auch ne sogenannte WG mit folgenden Angeboten:
10 m² Zimmer für 439 Euro
25 m² Zimmer für 479 Euro
Dazu kommen einmalige Gebühren für Anmeldung in Höhe von 100 Euro und eine Kaution von 750 Euro. Die Angaben finden sich auf der Website von Medici Living, die hier aber nicht verlinkt wird.

Nachtrag vom 14. Januar 2015:
Inzwischen sind die oben erwähnten Texte aus der Berliner Zeitung im Internet verfügbar.
Die Renaissance des möblierten Wohnens
Wohnen auf Zeit in fertig eingerichteten Apartments gilt derzeit auch in Berlin als chic, und das nicht nur unter Studenten.
Einfach einziehen und loswohnen
Robert Gmeiner ist Geschäftsführer von Medici-Living. Das Berliner Start-up vermietet Zimmer in 104 Wohngemeinschaften in Berlin, Hamburg und München.

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Eingangstore Tempelhofer Feld sabotiert

Wie auf Indymedia zu lesen ist, haben unbekannte Menschen gestern Mittag die Eingangstore/-Türen zum Gelände des Tempelhofer Feldes ( Ex-Flughafen Tempelhof ) mit Sekundenkleber sabotiert, sodass sie nicht verschlossen werden konnten.


[B] Tempelhof: Eingangstore sabotiert
Tempelhof für alle – Stadt für alle!

Wir haben gestern Mittag die Eingangstore/-Türen des Areals des ehemaligen Flughafens Tempelhof mit Sekundenkleber sabotiert, sodass sie nicht verschlossen werden konnten.
Vermutlich mussten sie ausgetauscht werden, 10 Schlösser sind betroffen.

2014 ist vorbei und so wie es aussieht, wird es auch 2015 notwendig sein, Sand im Getriebe dieser Stadt mit ihren rassistischen, sexistischen und sozialen Widersprüchen zu sein.

Letztes Jahr konnte durch einen Volksentscheid (vorerst) verhindert werden, dass das Areal des Flughafens Tempelhof teil-privatisiert und -bebaut wird und dadurch der Weiterentwicklung einer auf Profitinteressen ausgerichteten Stadtentwicklung dient. Jahrelange Kampagnenarbeit (Besetzungsaktionen, Demonstrationen, Kiezinitiativen) machte diesen Erfolg möglich, doch nach wie vor ist das Gelände von einem privaten Sicherheitsdienst bewacht (Dussmann) und es wird abends abgeschlossen, im Januar schon um 17 Uhr. Dadurch können Menschen, die z.B. bis 17 Uhr arbeiten, das Gelände nicht nutzen (nicht als Durchgangsweg, nicht zum Joggen/Spazieren, etc.).“

Den Rest weiterlesen auf Indymedia Tempelhof: Eingangstore sabotiert

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Gute Vorsätze für 2015

Mo 5.1. 17 Uhr: Gemeinsam gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung auf die Straße!

Demo | 05.01. | 17h Stralauer Str./Ecke Jüdenstraße | U2 Klosterstraße
#NoPegida #NoBergida #NoBärgida #NoRacism

weitere Infos: Demo gegen Bärgida

dazu auch Neues aus der Reihe „Beiträge zur politischen Meinungsbildung im Neuköllner Norden“, hier im Schillerkiez.

Nazis jagen

Nazis Jagen ( Oderstrasse )

No Justice No Peace

No Justice No Peace ( Herrfurthstrasse )

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Jahresende 2014

Bilder zum Jahresende aus der Reihe „Beiträge zur politischen Meinungsbildung im Neuköllner Norden“, hier im Schillerkiez und in Rixdorf.

Die verdammte Miete ist zu hoch

Aktion vom Kiezforum Rixdorf zum diesjährigen Rixdorfer Weihnachtsmarkt

Allmende e.V. bleibt

Allmende e.V. bleibt

„Die Zwangsräumung des Vereins Allmende e.V. nähert sich an. Das Urteil des Landgerichts sieht eine sofortige Räumung vor. Dass ein Zwangsräumungstermin durch einen Gerichtsvollzie her angesetzt wird, ist nur noch eine Frage von wenigen Wochen. Dieses Urteil halten wir für absolut einseitig und ungerecht. Wie in vielen anderen Fällen wurde auch dieses Mal zu Gunsten des Vermieters entschieden.“

Die drohende Räumung verhindern! Öffentliche Erklärung zur akuten Zwangsräumung von Allmende

Bewirken Graffitis was

Bedenken zur Wirksamkeit von Graffitis (Okerstrasse)

Solidarität mit Rojava

und trotzdem (Okerstrasse)

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„Freies Neukölln“ am Ende

Die Kneipe „Freies Neukölln“ in der Pannerstr. 54 Ecke Weserstrasse macht zum Jahresende zu. Mit einem Text im Fenster verabschieden sie sich. Die erste Welle der Gentrifizierer wird von der zweiten verdrängt.
Und dann ging der Stadt die Luft aus.
Beim Klick auf das Bild gibt es eine grössere Version.
Ein lesenswertes Interview erschien schon vor einem Jahr in der Berliner Zeitung: „Das ist nicht mehr mein Berlin“

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„Freies Neukölln“ am Ende

Die Kneipe „Freies Neukölln“ in der Pannerstr. 54 Ecke Weserstrasse macht zum Jahresende zu. Mit einem Text im Fenster verabschieden sie sich. Die erste Welle der Gentrifizierer wird von der zweiten verdrängt.

Und dann ging der Stadt die Luft aus.

Beim Klick auf das Bild gibt es eine grössere Version.

Ein lesenswertes Interview erschien schon vor einem Jahr in der Berliner Zeitung: „Das ist nicht mehr mein Berlin“

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Hier wird verdrängt!

Neues aus der Reihe „Beiträge zur politischen Meinungsbildung im Neuköllner Norden“, hier im Schillerkiez.

Hier wird verdrängt Okerstr. 8

Weisestrasse Ecke Okerstrasse 8
Beim Klick auf das Bild gibt es eine grössere Version.

Nein!

Auch ne Ansage in der Oderstrasse

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Solidarität mit der Fuldastr. 40 am 18. Dezember

Unsere WG ist kein Gewerbe

Unsere WG ist kein Gewerbe!
Kommt zahlreich und unterstützt uns vor Gericht…

Wann ?
Donnerstag, 18. Dezember | 11:45 Uhr
im Landgericht Berlin
(Tegeler Weg 17-21, 10589 Berlin Saal I/151)

Das Haus, um das es geht, befindet sich in der Fuldastraße 40 in Neukölln. Im Oktober 2013 wurde es an die Firma BerlinWert Immobilien GmbH verkauft, die gleichzeitig ankündigte die bestehenden Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umzuwandeln. Zuvor wurde geschickt durch den Vor-eigentümer, der betroffenen WG ein Gewerbemietvertrag untergeschoben. Den Umstand machte sich die BerlinWert Immobilien GmbH zunutze um Kündigungen auszusprechen.

Worum geht es genau?
Weiterlesen

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Okerstrasse 8 ohne Kochmöglichkeit

Beim Haus Okerstrasse 8 ( siehe auch Mieterinnen der Okerstr. 8 wehren sich ) ist das Baugerüst verschwunden, die Fassade renoviert und die ersten Menschen sind in die umgewandelten Eigentumswohnungen eingezogen. Doch die Mieter_innen leiden unter Schikanen und einer unfähigen oder unwilligen Hausverwaltung. Darüber berichtet der Hausblog am 4. Dez. 2014 Gasleitung undicht :

„Eins der bisherigen „Highlights“ waren 8 Novembertage ohne Heizung und Warmwasser: Die Gasag hatte bei einer Kontrolle festgestellt, dass es im Haus einen Druckabfall in der Gasleitung gibt – sprich, dass die Leitung undicht ist. Somit wurde das ganze Haus vom Gasnetz getrennt. Es dauerte 8 Tage, bis wir wieder heizen konnten. Warum dies so lange dauerte wurde nicht wirklich kommuniziert. Über drei Ecken hört man, dass es angeblich an fehlenden Ersatzteilen lag. Bei mir in der Wohnung war es bis zu 12 Grad kalt. Mieter mit Babys mussten bei Freunden unter kommen. Bis zum heutigen Tag ist die Gasversorgung nicht wieder komplett hergestellt. Da die meisten Mieter einen Gasherd haben, können viele seit drei Wochen keine warmen Mahlzeiten zubereiten. Seitens der Hausverwaltung gibt es keinerlei brauchbare Informationen, wann und wie dem Mangel Abhilfe geschaffen wird. Telefonisch ist die Firma City Home Immobilien Verwaltungs GmbH kaum zu erreichen und auf Briefe und Emails wird nicht geantwortet. Auch die ersten Eigentümer, die bereits eingezogen sind merken nun langsam, mit wem sie es sich eingelassen haben.“

Ein weiterer Text auf dem Hausblog: Der alltägliche Ärger

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