Di 10.08.21 REGELN AM BAND, BEI GLEICHER GESCHWINDIGKEIT Yulia Lokshina, D 2020, 92 min.
Über die Arbeitsbedingungen in Deutschlands größtem Schlachtbetrieb, Tönnies, den Kampf von Unterstützenden der Arbeiter*innen und eine Schulklasse, die „Johanna in den Schlachthöfen“ probt. Im Anschluss Austausch mit der Regisseurin und mit Justyna Oblacewicz (Faire Mobilität/Verdi). Zudem mit dem Gorillas Workers Collective.
Fr 13.08.21 DANNI Bertram Hahnel, D 2021, 70 min.
Der Film gibt Einblicke in das Leben und den Kampf der Waldbesetzenden im Danneröder Forst vor und während der Räumung im Dezember 2020. Gegen die Übermacht des Staates setzen sie Mut, Kreativität und Musik. Angefragt für den Austausch sind Menschen aus dem Umfeld der Danni-Besetzung.
Mo 16.08.21 EXPERIMENT ROJAVA – EINE GESELLSCHAFT IM AUFBRUCH Robert Krieg, D 2019, 59 min.
Frauee nehmen aktiv teil am Aufbau des auf Selbstverwaltung zielenden demokratischen Konföderalismus ein. Perspektiven in Amûdê, einer ländlichen Kleinstadt in Rojava, Nordsyrien. Im Anschluss Austausch mit Women Defend Rojava Berlin.
Do 19.08.21 Gegen den Strom – abgetaucht in Venzuela Sobo Swobodnik, D 2019, 84 min.
Thomas Walter lebte fast 25 Jahre im Untergund, weil er beschuldigt wurde, mit zwei anderen „Komplizen“ 1995 ein leerstehendes Abschiebegefängnis in Berlin-Grünau gesprengt zu haben. In Venezuela hat er sich eine bescheidene Existenz aufgebaut, reflektiert über linke Utopien und macht Musik mit Mal Élevé. Im Anschluss Austausch mit dem Regisseur und Tobias Lambert (Autor).
Sie nehmen uns die Wohnungen, mit denen sie spekulieren. Sie nehmen uns die sozialen Orte und den öffentlichen Raum. Nur wer gut konsumiert, ist dort noch gern gesehen. Unsere Viertel wandeln sich in Rückzugsgebiete für Wohlhabende. Noch vor Jahren hätten sich diese verächtlich über Neukölln geäußert, nun ziehen ihre Kinder in unsere Kieze, zum Teil in Eigentumswohnungen. Seitdem der Flughafen geschlossen und das Tempelhofer Feld geöffnet wurde, ist der angrenzende Schillerkiez für junge Leute aus aller Welt attraktiv geworden. Die Infrastruktur hat sich gewandelt, neue Restaurants, Läden für Betuchte sind dazu gekommen. Die alteingesessene Kneipe „Syndikat“ dagegen wurde geräumt und steht seitdem leer. Das „Schillers“ mit geringen Preisen ist geschlossen, seitdem der Kneipenwirt verstorben ist. Die Mieten steigen kontinuierlich, was vor allem für die alteingesessenen Bewohner*innen problematisch ist. Nicht nur die Mieten, auch die Preise in vielen Läden steigen. Und das auch im Umfeld des Schillerkiezes.
Abzocker I: Die Hasenschänke
Diese wurde 1952 in der Hasenheide erbaut und dient seitdem als Imbiss. Vor kurzem wurden dort neue Aufkleber an den Tischen angebracht.
Infoflyer auf den Tischen der Hasenschänke in der Neuköllner Hasenheide
Eine empörte Nachbarin schreibt: „Anfang der 1970iger Jahre habe ich ein paar Jahre in Neukölln gewohnt und Anfang der 1980iger Jahre am Rande von Kreuzberg zu Neukölln. Wenn ich seinerzeit mit Freunden oder später mit meiner Tochter und Freunden in die Hasenheide gegangen bin, war immer ein Besuch in der Hasenschänke mit eingeplant. An einen Verzehrzwang kann ich mich nicht erinnern. Die Hasenschänke war ein Ausflugslokal. Dort konnten die mitgebrachten Stullen verzehrt werden oder es gab heißes Wasser für den Kaffee, den man sich zum Aufbrühen mitgebracht hat. Gekauft wurde an der Bude das, was man noch dazu wollte. Etwa eine Brause, Bier oder was man sich mal so gönnen wollte. Herva mit Mosel war seinerzeit schwer in Mode. Ein Eis fürs Kind oder die Kinder. Vielleicht auch ein Würstchen, Kartoffelsalat oder was halt im Angebot war. Seit den Nullerjahren lebe ich wieder in Neukölln, im Schillerkiez. Der Kiez ist in der Zwischenzeit unbezahlbar geworden. Entsprechend sind die Lokale und Restaurants, die neu aufmachen, auch ausgelegt. Unbezahlbar für Menschen mit niedrigem Einkommen, für Menschen, die schon lange hier leben. Und so hat sich leider auch die Hasenschänke entwickelt. Zu einem Ausflugslokal mit Apothekerpreisen. Zu einem Habitus wie im Borcherts. Ja spinn ich oder was? Nun auch noch solche Aufkleber auf den Tischen. Kommt mal runter Leute und macht nicht jeden Scheiß hier mit. Vielleicht machen wir mal eine Aktion mit Vielen und lassen uns die Stullen an den Tischen schmecken!“
Abzocker II: Terz
Das Cafe Selig an der Genezarethkirche am Herrfurthplatz im Schillerkiez wurde im November 2020 geschlossen.
In der Berliner Zeitung vom 27.1.2021 wurde ein neues Konzept für das Cafe verkündet: „Und auch das neue Café soll mehr bieten als Speisen, Getränke und Ambiente. „Wir werden den Raum öffnen für Menschen, die keine kommerziellen Interessen verfolgen“, verspricht Stüer (ein neuer Geschäftsführer). Ein Partner dabei wird ihre Vermieterin sein, die Diakonie. „Wir werden ihre Arbeit unterstützen mit Aktionen und Veranstaltungen“, sagt Stüer. Auch für Lesungen und Vorstellungen soll der Raum dienen. Einer, der bereits Feuer und Flamme ist für das Projekt, ist Thomas de Vachroi. Berlinweit bekannt wurde er als Leiter der Flüchtlingsunterkunft im Rathaus Wilmersdorf, heute ist er Armutsbeauftragter für Neukölln beim Diakoniewerk Simeon und wird in Kürze ein Büro in der Genezarethkirche beziehen. Er hofft, dass das Café offen sein wird für Menschen, die sich sonst nie begegnen – nicht nur das typische Herrfurthstraßen-Publikum, sondern auch Arme, Alte, Obdachlose. „Ein Spiegel der Gesellschaft“, sagt er. Aber einer, in dem nicht nur jeder sich selbst erkenne. Dieses Angebot wäre tatsächlich ziemlich exklusiv, in Neukölln und weit darüber hinaus.“
Soweit die Pläne, die Realität sieht so aus. Im neuen Cafe „Terz“ (https://terz.berlin/ ) gibt es nun „Stullen“ für 6 bis 7,50 Euro: ( siehe Screenshot von https://terz.berlin/menu/speisekarte.pdf)
Auszug aus Speisekarte Terz
Das ist wirklich ein „Spiegel der Gesellschaft“. Einkommensarme werden sich diese „Stullen“ wohl nicht leisten können. Seid ihr eigentlich Stulle?
Am 7. August 2020 wurde die Kollektivkneipe Syndikat, in der Weisestraße in Berlin-Neukölln, von über 2200 Polizist*innen im Auftrag eines Luxemburger Briefkastens zwangsgeräumt. Seitdem ist die Kneipe zugemauert. Über 3 Jahrzehnte war das Syndikat Dreh- und Angelpunkt für viele im Kiez und darüber hinaus. Nach wie vor ist die Kneipe Anlaufpunkt. Dort wird sich immer noch getroffen, getrunken, gefeiert und ausgetauscht.
Diesem traurigen Jahrestag wollen wir etwas positives entgegensetzen. Wir wollen zeigen, dass wir immer noch unheimlich wütend über die Räumung sind. Deshalb wird es am 07.08.21 von 14 – 22 Uhr eine Kundgebung mit Redebeiträgen, Livemusik, Performance, Ausstellung und vielem mehr in der Weisestraße geben. Dort werden wir wieder einmal zeigen, was wir uns unter Kiezkultur vorstellen.
Deshalb kommt am 07.08.21 ab 14 Uhr in die Weisestraße zwischen Selchower Straße und Herrfurthstraße und zeigt mit uns: „Syndikat Lebt!“
Kundgebung am Samstag, den 7. August 2021 Weisestraße
Im Kiezladen Sonnenallee 154 gibt es seit dem 14. Juni 2021 in regelmässigen Abständen Mietrechtsberatungen. Die nächste ist am: 28. Juni von 17-18 Uhr im Kiezladen Sonnenallee 154.
Modernisierung? Umwandlung in Eigentum?
Nichts unterschreiben
Mit Nachbar:innen reden
Zur Mietrechtsberatung gehen… -> 28.6.; 17-18 Uhr; Kiezladen Sonnenallee 154
…Der Mietenwahnsinn greift um sich. Neukölln ist hier besonders betroffen und im internationalen Vergleich einer der Stadtteile mit dem höchsten Gentrifizierungsdruck. Vermieter:innen entwickeln immer neue Taktiken um möglichst viel Profit zu machen. Nicht immer ist da alles legal und oft geht es auch darum uns Mieter:innen aus der Wohnung zu bekommen. Aber keine Panik. Wenn wir uns gut beraten, gegenseitig helfen und organisieren, sind wir vor Verdrängung viel sicherer.
Deshalb findet jeden zweiten und vierten Montag im Monat von 17.00 – 18.00 Uhr eine Mietrechtsberatung in den Räumen des „Kiezladen Allee 154“ statt. Kostenlos und solidarisch versteht sich. Bringt bitte alle nötigen Unterlagen, Mietvertrag, Briefe, eventuell Fotos oder Scans mit, damit unsere Mieterberater*innen euch helfen kann.
Wir beraten zu allen Fragen rund um eure Mietwohnung. Kommt gerne vorbei wenn wieder eine Mieterhöhung ins Haus flattert, Instandhaltung verschleppt oder Mängel nicht beseitigt werden, bei Fragen zu Mietendeckel und Mietpreisbremse oder auch bei einer Kündigung.
Gemeinsam werden wir uns dagegen wehren können!
Während der Wartezeit gibt’s Kaffee & Kuchen gegen Spende.
Sprache: deutsch und englisch; bitte für andere Sprachen rechtzeitig anfragen, wir versuchen eine Übersetzung zu organisieren.
Die nächsten Termine sind 28.06.2021; 12.07.2021; 26.07.2021 (bitte kurzfristige Änderungen auf kiezladen.org beachten)
Wir trauern gemeinsam um Peter H. 40 Jahre lebte er in seiner Wohnung, dann sollte er brutal zwangsgeräumt werden. In dieser ausweglosen Situation nahm er sich das Leben.
Peter H. kam in den 80er Jahren nach Berlin, spielte Schlagzeug und zog in ein besetztes Haus in der Adalberstraße. In seiner Musik ging er auf. Er spielte zusammen mit unterschiedlichsten Künstlern, ging auf Tour in Japan, der Sowjetunion und Indonesien. Es war ein bewegtes Leben.
Und dann sollte er plötzlich seine Wohnung verlieren: seine Vermieterin klagte auf Eigenbedarf. Das Stockwerk war in zwei Hälften geteilt und die Familie aus der einen Hälfte (80m²) zog aus. Das war der Vermieterin immer noch zu wenig. Sie vermietete sie nicht nur neu, sondern bestand nun auch noch auf die Räumung von Peter. Offensichtlich wollte die Vermieterin nur mehr Geld.
Für Peter war sein Zuhauses existenziell. Ohne Begleitung und ohne Absprache verkündete ihm der sozial-psychologische Dienst das Ende seiner Wohnung. Kurz darauf beging Peter Suizid. Offensichtlich stand das Recht auf Eigentum über dem Recht auf Leben.
Peter wollte vor seiner Zwangsräumung keine Aufmerksamkeit, er wollte nicht laut kämpfen, er wollte keinen Ärger. Er wollte nur in Ruhe in seiner Wohnung alt werden.
Aber auf uns wird keine Rücksicht genommen im Wohnungsmarkt. Wir sind nur Verschiebemasse und dem Profitstreben der Vermieter ausgeliefert. Das kann ohnmächtig machen. Aber es macht auch wütend auf die Eigentums- und Machtverhältnisse, die es erlauben, Menschen einfach aus ihren Wohnungen zu schmeißen.
Wir ertragen es nicht länger, herumgeschubst zu werden. Wir nehmen nicht länger hin, dass Menschen in den Selbstmord getrieben werden.
Wir gehen auf die Straße und trauern gemeinsam um Peter H.
Erklärung vom Plenum des Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn am 15.Juni 2021
Brandschutz muss Bewohner:innen dienen! Kein Wahlkampf auf unserem Rücken! Gegen die Einschränkung der Versammlungsfreiheit!
Am Donnerstag, 17. Juni, soll gegen den Willen der Bewohner:innen eine erneute Brandschutzbegehung im Haus Rigaer Straße 94 durchgeführt werden. Hierfür soll ein weiträumiges Gebiet im Friedrichshainer Nordkiez zur „Roten Zone“ gemacht werden, also von Polizeigittern abgesperrt und bewacht. Von Mittwoch 15:00 Uhr bis Freitag 23:59 Uhr wird die Versammlungsfreiheit aufgehoben. Protest und Gegenöffentlichkeit gegen diese massiven Grundrechtseinschränkungen werden verunmöglicht. Es ist klar, dass es nicht um Brandschutz geht, sondern um ein Exempel an einem politisch missliebigen Haus und um die Spekulation mit Wohnraum.
Wir protestieren entscheiden gegen diese offensichtlich unverhältnismäßigen freiheitseinschränkenden Maßahmen! Der Brandschutz hat im Interesse der Hausbewohner:innen zu stehen. Es ist nicht hinnehmbar, dass undurchsichtige Immobilieneigentümer ihre spekulativen Absichten ausgerechnet mit Schutzrechten der Bewohner:innen durchsetzen können.
Die Eigentümer der Rigaer Straße 94 wollen mit einem Ex-besetzten Haus spekulieren. Vor Gericht konnten sie jahrelang nicht beweisen, wer überhaupt vertretungsberechtigt ist. In der Rigaer Straße 94 wurden in den letzten Jahren mehrfach Schlägertrupps gegen Bewohner:innen eingesetzt. Ähnliches trug sich jüngst bei der Räumung der Liebigstraße 34 zu. Wenige Tage nach der Räumung bedrohten bewaffnete Schläger Journalist:innenund Anwohner:innen. Verbindungen zur organisierten Kriminalität können nicht ausgeschlossen werden. Wir fordern den Senat auf sich von diesen dubiosen Strukturen zu distanzieren und die Amtshilfe zu verwehren!
Im Gegenteil hat der Senat die Pflicht das sozio-kulturelle Milieu der ehemals besetzten Häuser zu erhalten. Schließlich war es die Stadt und die Friedrichshainer Wohnungsbaugenossenschaft, die 1992 langfristige Mietverträge mit den Besetzer:innen ausgehandelt haben. Die mehrfachen Eigentumsübertragungen und Verkäufe ändern nichts an der politischen und moralischen Verpflichtung zu den damaligen Verträgen zu stehen.
Wir sind solidarisch mit den Bewohner:innen des Friedrichshainer Nordkiezes! Für mehr Sozialpolitik und bunte Häuser, statt Versicherheitlichung und „rote Zonen“!
Plenum des Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn am 15.Juni 2021
— Bündnis gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung Berlin mietenwahnsinn.info mail@mietenwahnsinn.info
Als der Rot-Rot-Grüne Senat am 7. August 2020 ca. 2700 Polizistinnen auf die Bewohnerinnen des Weisekiezes los liess, um die zu dem Zeitpunkt bereits 1,5 Jahre umkämpfte Kollektivkneipe Syndikat für einen Luxemburger Steuervermeidungsbriefkasten der Brüder Pears aus England zwangszuräumen, hätte er vermutlich nicht gedacht, dass das den Widerstand gegen Verdrängung erst richtig lostrat.
Verschiedene Hausgemeinschaften im Weise/Schillerkiez organisierten sich und treten ihrem Rauswurf inzwischen gemeinsam entgegen. Immer am 7. Kalendertag des Monats treffen sie sich vor dem inzwischen zugemauerten Syndikat und starten Proteste. Am 7. Juni 2021 machten ca. 100 Menschen einen Kiezspaziergang und besuchten das inzwischen erfolgreich geretette Luftbrückenhaus in der Leinestrasse und die noch immer bedrohte Hermannstrasse 48. Weitere Aktivitäten sollen folgen, so die Teilnehmer*innen.
— Radio Aktiv Berlin – jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat aus dem Studio Ansage (StAn) im Freien Radio Berlin-Brandenburg von 16 – 17 Uhr auf der 88,4 FM in Berlin und 90,7 FM in Potsdam – Blog und Podcasts http://radioaktivberlin.nostate.net
Die Gentrifizierung setzt sich im Stadtteil Neukölln immer mehr durch. Von den Restaurants im sogenannten „Kreuzkölln“ bis zu den Kneipen in der Weserstraße; vom „Karstadt“ am Hermannplatz bis zum gesamten Schillerkiez. Der neueste Schandfleck, die im Bau befindliche Luxussiedlung „Kalle Neukölln“, bringt das Thema Gentrifizierung noch näher an unseren Kiez heran. Kaum hat das Bundesverfassungsgerichtden Berliner Mietendeckel gekippt, scheint die Bautätigkeit so allgegenwärtig zu sein wie nie zuvor; ein klares Indiz dafür, dass Mieterhöhungen und Verdrängungen bereits begonnen haben.
Am Freitag, den 07.05.2021, organisieren wir in unserem Kiez, entlang der Braunschweiger Str. und Richardstr. eine Kundgebung: Gemeinsam für einen selbstorganisierten Kiez! Wir laden euch ein, zusammenzukommen, zu tanzen, zu spielen und gemeinsam eine solidarische Nachbarschaft zu feiern! Alle eingenommenen Spenden fließen vollständig in die Finanzierung von Anti-Repressions-Kosten für Menschen ohne Papiere.
Gegen die Gentrifizierung, in Solidarität mit bedrohten Hausprojekten, lasst uns die Straßen zurückerobern!
B53/55
Dann um 18 Uhr zur geräumten Kiezkneipe Syndikat in der Weisestr. 56.
Hallo liebe Freundinnen des Syndikats, am Freitag, den 7.5.21 ist die Räumung unserer geliebten Kiezkneipe 8 Monate her. Deshalb machen wir ab 18 Uhr eine Kundgebung vor dem Syndikat. Es wird Redebeiträge und hoffentlich auch ein wenig Musik geben. Kommt rum!
Polizei und Senat bringen Gewalt in unseren Alltag, in unsere Kieze und unsere Demonstrationen!
Pressemitteilung des Aktionsbündnis Antira vom 5.5.2021
Statement zur institutionellen Polizeigewalt am revolutionär-antirassistischen 1. Mai in Berlin!
Am 1. Mai 2021 haben sich bis zu 25.000 Menschen am Hermannplatz in Berlin-Neukölln versammelt, um inmitten einer der schwersten sozialen Krisen, die die kapitalistische Produktions- und Lebensweise verursacht hat, für globale Solidarität und die Rekonstruktion internationalistischer Klassenkämpfe zu demonstrieren.
Mit dem Bewusstsein darüber, dass von der aktuellen Corona-Pandemie vor allem arme, migrantisierte und illegalisierte Menschen (sehr oft Frauen*) im globalen Norden und Süden am stärksten betroffen sind, hat die diesjährige Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration zu Vergesellschaftung, internationaler Solidarität und Globalen Sozialen Rechten in Pandemiezeiten aufgerufen. Schulter an Schulter haben wir ein klares Zeichen gesetzt, dass wir in unseren Kämpfen zusammenstehen, dass wir gemeinsam eine befreite, gerechte und solidarische Gesellschaft ohne Grenzen fordern.
Die Berliner Polizei und der Senat aus SPD, Grünen und Linken haben dagegen ein anderes Zeichen gesetzt: Sie haben offensichtlich bereits im Vorfeld entschieden, unsere Demonstration zu kriminalisieren und anzugreifen. So hat die Polizei etwa 30 Minuten nach dem Start am Hermannplatz damit begonnen, die Demonstration auf niederträchtigste Art und Weise zu blockieren, zu kriminalisieren und blutig kaputtzuschlagen.
Unter absurden Vorwänden und ohne Durchsagen oder Kommunikation mit der Versammlungsleitung hat die Polizei die 25.000 Menschen große Demonstration an drei verschiedenen Abschnitten voneinander getrennt und den mittleren Teil eingekesselt. Mit den dann folgenden Gewalteskapaden wollten sie die vielen, teilweise sehr jungen migrantisierten und nicht-migrantisierten Antifaschist*innen abschrecken, sich politisch weiter zu engagieren. Das war ein klarer Versuch, nicht nur die Demonstration, sondern unsere ganze Bewegung zu spalten! Doch eine Bewegung könnt ihr nicht spalten!
Bündnis gegen Polizeigewalt kündigt Großdemonstration für 8.Mai an. Die Eskalation der Polzeigewalt auf der Revolutionären 1.Mai Demo in Neukölln machte nochmal deutlich, wie wichtig es ist, am 8. Mai auf die Straße zu gehen.
Ihr seid keine Sicherheit! Gemeinsam gegen Rassismus und Nazis in den Sicherheitsbehörden.
Pressemitteilung vom 29.04.2021
In Berlin kündigt ein neu gegründetes Bündnis gegen Polizeigewalt für den 08.05.2021, dem Gedenktag für die Befreiung vom deutschen Faschismus, eine Großdemonstration an. Unter dem Motto „Ihr seid keine Sicherheit“ fordern die Veranstaltenden vor allem eine konsequentere Aufklärung rassistischer Vorfälle in den Reihen der Polizei und die Entnazifizierung der mit rechtsradikalen Netzwerken durchsetzten Sicherheitsbehörden in Deutschland. Zur Demonstration ruft ein breites Netzwerk verschiedener zivilgesellschaftlicher Akteure und aktivistischer Gruppen auf, wie die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), das Aktionsbündnis Antira (ABA) und die Initiative Rromnja.
Ihr seid keine Sicherheit – Demonstration 8.5.2021
Die Meldungen von rechten Chatgruppen, vom Verschwinden von Waffen und Munition aus den Beständen deutscher Sicherheitsbehörden und ihren Verbindungen zur rechtsextremen Szene häufen sich seit Jahren. Hinzu kommt der mangelnde Aufklärungswille, der auch der Berliner Polizei im Hinblick auf mutmaßlich rassistische oder neonazistische Taten vorgeworfen wird.
Pressesprecherin Simin Jawabreh von „Ihr seid keine Sicherheit“ dazu: „Noch immer wird von Einzelfällen gesprochen. Damit muss Schluss sein. Beispiele, wie die absolut mangelhaften Ermittlungen der rechtsterroristischen Anschlagsserie in Berlin Neukölln oder die wiederholten Morddrohungen eines NSU 2.0, die Menschen mit Daten von Polizeicomputern erhielten, zeigen uns deutlich, dass wir es hier mit einem größeren Problem zu tun haben. Die Politik sollte sich hier endlich klar positionieren.“
Sprecherin Helene Gottwald ergänzte: „Wir haben den Tag der Befreiung für unsere Demonstration gewählt, weil Erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen auch heute noch bedeutet, gegen alle Formen faschistischer Ideologien zu kämpfen. Die rechten Netzwerke innerhalb der Polizei sind faschistisch, deswegen fordern wir: Entnazifizierung jetzt! Am 8.Mai auf die Straße zu gehen heißt für uns aber auch, diesen Tag im Sinne der politischen Kämpfe der Überlebenden als Tag des Sieges zu erinnern!“
Die Demonstration wird am 08.05.2021 um 13.00 am Platz der Luftbrücke in Berlin- Kreuzberg starten.
Social Media: Instagram: @aktionsbündnis_antira Facebook: https://www.facebook.com/AktionAntira Twitter: @aba_berlin Website: https://www.ihrseidkeinesicherheit.org/