Immo-Fuzzis, heult leiser

Aufruf zur Demo **Richtig deckeln, dann enteignen – Rote Karte für Spekulation** von der Friedel54

03.10.2019 – 13 Uhr – Alexanderplatz (Haus des Lehrers)

Man kann ja von dem Mietendeckel halten, was man will. Entweder soll er die Mieten-Bewegung befrieden oder er ist ein Erfolg unserer kontinuierlichen Proteste. Aber seien wir ehrlich, unter dem Strich ist es lauwarme sozialdemokratische Politik und die Parteien streiten nur darüber wie lau es denn sein darf.
Es gibt weiterhin kein Recht auf Wohnen, es gibt weiterhin Wohnungslose, Zwangsräumungen, Umwandlungen in Eigentum, Eigenbedarfskündigungen und Mieterhöhungen in den günstigen Quartieren, wo aber die Ärmsten wohnen.

Nur – wenn die Immobilienlobby jetzt schon so laut aufschreit und ihre Medien- und Lobbymacht demonstriert, dann sollte unsere Antwort lauten:
**Immo-Fuzzis, heult leiser!**
Die Häuser gehören uns! Wir haben sie gebaut und dreimal abbezahlt und jetzt holen wir sie zurück. Wir werden enteignen, vergesellschaften und selbstverwalten. Es gibt kein Menschenrecht auf Mieteinnahmen.

Geben wir dem vergifteten Tag des Nationalismus dieses Jahr einen Sinn. Raus auf die Straße am 03.10.!

PS: Viel Erfolg den Antifaschist*innen, die an diesem Tag den Nazi-Aufmarsch zum “Tag der Nation” in Berlin-Mitte blockieren wollen.
Informiert euch unter aktionsticker.org oder #FIGHTNAZIS. No Pasaran! Es ist ein Skandal, dass der ursprüngliche Startpunkt der Mieten-Demo vor dem Roten Rathaus zugunsten einer Fascho-Demo untersagt worden ist!


Kontakt:
Blog: friedel54.noblogs.org
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Ausstellung 29.9.2019: Archiv des Widerstands

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25. September: Haus und Grund auf die Pelle rücken

Kundgebung: Kriminelle Eigentümerkartelle zerschlagen

Kurz vor dem Stichtag des Mietendeckels bekamen tausende Mieter*innen in Berlin kurzfristige eine Mieterhöhung. Einen Anstoß dazu gab das Empfehlungsschreiben von Haus und Grund (H&G) an alle Mitglieder, noch so schnell wie möglich die Miete zu erhöhen, bevor es in nächster Zeit nicht mehr möglich sei. Eigens dazu wurde ein Countdown auf der Website eingerichtet. Mit Genugtuung stellt Haus und Grund fest, dass die viele Mitglieder „nicht zuletzt aufgrund des großen Medien-Echos“ die Miete erhöhten.

Als Interessenvertretung von Immobilieneigentümer*innen und Vermieter*innen haben H&G sich damit erneut gegen alle Mieter*innen und gegen eine soziale Stadt positioniert. Während viele Menschen in Berlin keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden, einen Großteil ihres Einkommens für bereits viel zu hohe Mieten aufbringen müssen oder durch prekäre Wohnverhältnisse von Obdachlosigkeit bedroht sind, verdreht H&G jede Realität. In ihrer Darstellung werden die Eigentümer*innen zu regelrechten Opfern einer Marktbeschneidung: Eigentümer*innen und Investor*innen würden verarmen, Modernisierung (und damit Klimaschutz) nicht mehr durchgeführt und Wohnungsneubau in Berlin eingestellt. Mit dieser Hetze versucht H&G eine Politik zu torpedieren, die erstmals in Berlin damit beginnt, sich für die Belange von Mieter*innen einzusetzen. H&G stellt sich somit direkt gegen den Großteil der Menschen dieser Stadt.

Aus all diesen Gründen solidarisieren wir uns mit all den Mieter*innen, die von den Aktivitäten von Haus und Grund betroffen sind. Wir organisieren uns gegen ihren Klassenkampf von oben und schaffen unsere eigenen, schlagkräftigen Mieter*innenorganisationen. Wir kämpfen dafür, dass Eigentümer*innen enteignet werden – egal ob Deutsche Wohnen oder kleinere Profiteure des Mietenwahnsinns. Wir wehren uns gegen die ständigen Angriffe von Haus und Grund auf unser Recht auf Wohnen und setzen gegen die Profite von wenigen eine solidarische Gesellschaft. Wir organisieren eine Kundgebung, die sich gegen eine profitorientierte Wohnungspolitik richtet, in der Hauseigentümer*innen aufgrund ihrer
Besitzverhältnisse uns Mieter*innen weiter ausquetschen dürfen.

In der Aktionswoche zu den tu-mal-wat-Tagen wollen wir unseren Hass gegen Haus und Grund direkt vor ihre Tür bringen:

Mittwoch, 25.09.2019 | 18 Uhr | Mercure Hotel Berlin |
Hermannstraße 214-216 | U8 Boddinstraße

weitere Infos:
#HassAusGrund: 10 Gründe gegen „Haus und Grund”

Flyer: Aufruf-Flyer

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Karstadt Hermannplatz und die Berliner Immobilienlobby

Nach der Ablehnung seiner Pläne zum Karstadt-Umbau am Hermannplatz in Neukölln geht der Signa-Konzern in die Offensive und mobilisiert seine Kumpane in den Medien und der Politik. Dabei steht die SPD wie immer treu auf der Seite der Immobilien-Investoren. Zu den jüngsten Entwicklungen gibt es eine neue Pressemitteilung der Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN:

Von Stadträten, Senator_innen und Konzernen – oder von einem intransparenten Kampf gegen unsere Kieze

Pressemitteilung Nr. 03 am 17.09.2019

Seit Ablehnung der Neubaupläne des Immobilienkonzerns Signa seitens Stadtentwicklungsamt Friedrichshain-Kreuzberg (Florian Schmidt) und Neukölln (Jochen Biedermann) gab es eine Reihe von Statements von und Interviews mit Timo Herzberg, Firmenchef der Signa Gruppe in Deutschland. Er bewirbt das Projekt weiterhin und betont, dass „Überzeugungsarbeit“ in den Bezirken und im Senat geleistet werden soll. Der regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) reagierten umgehend mit der Befürwortung des Bauvorhabens und drohten damit, das Projekt an sich zu ziehen. Aktuell hat die SPD Neukölln ein Video auf Facebook gestellt,1 in dem sie fordern, dass der Senat die Neubaupläne aufgrund der “gesamtstädtischen Bedeutung” an sich zieht. Nun stellt sich für uns, die Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN, und allgemein für die Berliner Öffentlichkeit die Frage der Transparenz der Gespräche seitens des Senats und der SPD Neukölln. Wir fragen uns aufgrund dieser Vorgänge, für wen der Senat, die BVVs und die Abgeordneten eigentlich Politik machen.

Florian Schmidt teilte dem Tagesspiegel am vergangenen Freitag mit, dass es mehrere Gespräche mit Signa gegeben habe und weitere geben wird. Das ist nicht ungewöhnlich – das Karstadt-Gebäude steht im Planungsgebiet von Friedrichshain-Kreuzberg, Signa will dort ein Großprojekt realisieren und natürlich wird dies in der Verwaltung weiterhin verhandelt. Zumal die entsprechende Pressemitteilung des Stadtentwicklungsamtes vom 30.08.2019 einen Umbau des Bestandsgebäudes nahelegt, der weiterer Verhandlungen bedarf. Was unsere Initiative jedoch wundert und irritiert, ist, dass sich einzelne Politiker*innen aus dem Senat und der SPD Neukölln in die Debatte einschalten und Signas Großprojekt verteidigen. Problematisch ist, dass der Berliner Öffentlichkeit nicht bekannt ist, inwiefern Senatspolitiker*innen und die SPD mit Signa über das Großprojekt am Hermannplatz sprechen und verhandeln. Findet die vermehrte „Überzeugungsarbeit in den verschiedenen Bezirksgremien und bei dem Senat“2, die die Signa-Gruppe angekündigt hat, schon längst statt und trägt Früchte?

Klara Schmidtke von unserer Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN: „Manchmal mutet es wieder an wie in den 1990er Jahren, als hinter verschlossenen Türen die halbe Stadt verkauft wurde.“

In der Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten Gabriele Gottwald (LINKE) schrieb der Senat noch, dass „die übergeordneten planerischen Fragen mit den Bezirken geklärt werden müssen.“ Und: „Dabei sind die Fragen der Quartier-, Sozial- und Strukturverträglichkeit vorrangig und kritisch zu betrachten.“3 Genau dies haben die beiden Stadtentwicklungsämter mit ihrer Sachkenntnis über die Quartiere sowie deren Gewerbe- und Sozialstrukturen seit Mai 2019 getan und sind so Ende August zu einem Entschluss gekommen, den wir als zivilgesellschaftliche Initiative und viele Anwohner_innen sowie Gewerbetreibende ausdrücklich begrüßen.

Wir fragen daher: Auf welcher Grundlage behaupten die Politiker_innen, die sich für die Signa-Pläne aussprechen, das Projekt besser einschätzen zu können als die Stadtentwicklungsämter Friedrichshain-Kreuzberg bzw. Neukölln? Verfügen sie über andere Informationen als die beiden zuständigen Stadtentwicklungsämter? Werden die klar auf der Hand liegenden negativen Konsequenzen – Verdrängung von Gewerbetreibenden und Mieter_innen, Arbeitslosigkeit und Armut – für die betroffenen Bezirke und uns Anwohner_innen ignoriert, billigend in Kauf genommen oder sind sie gar erwünscht?

Die angebliche “gesamtstädtische Bedeutung”4 und “überbezirkliche Versorgungsfunktion”5 des Hermannplatzes und der umliegenden Straßen, die als Argumente für eine Bearbeitung seitens des Senats angeführt werden, sind gegenwärtig nicht vorhanden sondern werden vielmehr von den entsprechenden Politiker_innen für die Zukunft angestrebt! Die negativen Konsequenzen eines Abrisses und gigantischen Beton-Neubaus dürften in ihren Augen die jetzigen Bewohner_innen ausbaden, damit zukünftig Charlottenburger und Frohnauer Bewohner_innen sich auf der Dachterrasse vergnügen können. Wir vermuten zudem, dass es sich seitens der SPD um eine bedingungs- und rücksichtslose Befürwortung von globalen Investitionsflüssen nach Berlin handelt. Und für Ramona Pop zählen offenbar einzig die Belange von Tourist_innen und fiktiven, zahlungskräftigeren Bewohner_innen, mit denen sie nach der Verdrängung der jetzigen rechnet.

Wir, die jetzigen Bewohner_innen, kommen als „Faktoren“ in dieser Medienposse lediglich abstrakt vor, wenn von „Anwohner_innen“, „Bürgerbeteiligung“ oder „Bürgerdialog“ die Rede ist. Unsere immer größer werdende Initiative, die sich seit Juni aktiv beteiligt und gegen den Abriss und eine weitere Verdrängung durch die sogenannte „Aufwertung“ ausspricht, kommt höchstens am Rande vor. Wir sind jede Woche mit einem Info-Stand an der Hasenheide Ecke Hermannplatz präsent und aktiv im Gespräch mit unseren Nachbar_innen. Eine überwältigende Mehrheit auf der Straße ist schockiert über die Pläne der Signa und befürchtet vor allem Verdrängung durch Abriss und Neubau. Die Nachricht der Ablehnung des Bauvorhabens löste zunächst eine große Erleichterung aus.

Die Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN unterstützt nachdrücklich den Beschluss des Stadtentwicklungsamtes Friedrichshain-Kreuzberg, die Baupläne der Signa Holding am Hermannplatz abzulehnen. Kein Abriss und kein gigantischer Neubau. Keine Verdrängung durch „Aufwertung“ am Hermannplatz!

Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN
www.initiativehermannplatz.noblogs.org
initiative-hermannplatz@riseup.net

1) https://www.facebook.com/spdneukoelln/videos/2315729768555541/?comment_id=2928815327189176&notif_id=1568665353153524&notif_t=feedback_reaction_generic (zuletzt abgerufen am 17.09.19)

2) https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/08/berlin-hermannplatz-bezirke-gegen-karstadt-neubau.html (zuletzt abgerufen am 16.09.19)

3) Drucksache 18 /20 032 vom 11. Juli 2019 http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/S18-20032.pdf

4) https://spd-neukoelln.de/wp-content/uploads/2019/09/Beschluss_Karstadt_14092019.pdf?fbclid=I

5) https://www.aktion-kms.de/assets/2018/12/Standortexpose-2018-digital.pdf

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Kein Abriss von Karstadt Hermannplatz

Erklärung der Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN vom 30.8.2019

Das Vorhaben der SIGNA GmbH, die das Karstadt-Gebäude am Hermannplatz abreißen und einen Neubau mit einer Fassadenreplik eines historischen Gebäudes errichten wollte, wurde vom Stadtentwicklungsamt Friedrichshain-Kreuzberg unter Einbeziehung des Stadtentwicklungsamtes Neukölln abgelehnt. Die Fassadenreplik des Neubaus wird als kritisch bewertet und wird nicht unterstützt. Zudem wird eine Modernisierung des bestehenden Gebäudes nahegelegt.

Das ist ein wichtiger Schritt, den wir als Initiative unterstützen und begrüßenswert finden. Wir standen von Anfang an einer Rekonstruktion der historischen Fassade kritisch gegenüber und positionieren uns ganz klar gegen Abriss und jeglichen Neubau an dieser Stelle.

Aber Signa macht klar, dass sie nicht aufgeben. Jetzt beginnt der stadtpolitische Konflikt erst richtig…

Initiative Hermannplatz - karSTADT ERHALTEN

KEIN GIGANTISCHER NEUBAU, KEINE „AUFWERTUNG“ DES HERMANNPLATZES

Wir möchten, dass der Hermannplatz und seine Umgebung unser Kiez und unser Zuhause bleiben. Wir brauchen keinen riesigen Neubau mit Hotels, überteuerten Büroräumen und Luxuswohnungen!
Wir fordern daher:
> Den Erhalt und ökologisch sinnvollen Umgang mit dem Karstadt-Gebäude
> Die Absicherung der Arbeitsplätze und Gewerbe im Gebäude und in der Umgebung
> Eine Stadtentwicklung, die die Interessen aller Kiezbewohner*innen in den
Vordergrund stellt
> Schutz, Raum und Respekt für diskriminierte, geflüchtete, arme und wohnungslose Menschen
> Neuen Wohnraum für bereits aus der Nachbarschaft Verdrängte

Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN
Kontakt :
initiative-hermannplatz@riseup.net

Hier die vollständige Pressemitteilung der “Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN”: Pressemitteilung Initiative Hermannplatz – karSTADT ERHALTEN als PDF-Dokument.

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k-fetisch und Hausgemeinschaft „WildeWeser“ bleiben!

Unser Haus (Wildenbruchstr. 85/86 und Weserstr. 146) wurde verkauft.

Die Hausgemeinschaft sorgt sich vor Mieterhöhungen und Verdrängung.

Kundgebung gegen Akelius

Der Weiterbestand des k-fetisch, sowie der anderen Gewerberäume im Haus sind konkret gefährdet.

Mit einem Protest-Straßenfest von 17-20 Uhr auf der Kreuzung vor unserem Haus werden wir in die Öffentlichkeit gehen. Bringt Klappstühle und -tische mit, vielleicht was zu Essen, Kind und Kegel, Straßenmalkreide und was euch sonst noch einfällt. Es wird Musik und Redebeiträge geben.

Der neue Besitzer unseres Hauses heißt Akelius. Das ist eins der europaweit größten Immobilienfirmen. Beim Kauf gibt es ein zusätzliches Problem: Akelius nutzte dafür eine Konstruktion von Firmen und Unterfirmen – das heißt dann Umfirmung. Eigentlich gibt es politische Instrumente, um Mieterinnen und Mieter bei Hausverkäufen vor Mieterhöhungen und der damit einhergehenden Verdrängung aus den Kiezen in der Innenstadt zu schützen. Das heißt dann Milieuschutz und städtisches Vorkaufsrecht. Doch beim Kauf von Akelius und der Umfirmung wird dieser Schutz umgangen. Nun sagt der Bezirk, er könne uns nicht helfen.

Wir machen uns Sorgen: Gerade erst wurden die Praktiken von Akelius in der Presse als „radikale Profitmaximierung” öffentlich gemacht: Hochpreisige Neuvermietung nach Modernisierungen sind das zentrale Geschäftsmodell von Akelius, dabei wird gezielt die Mietpreisbremse umgangen, einem weiteren politischen Instrument, das die Mieterinnen und Mieter schützen soll.

Wir fordern den Bezirk Neukölln und den Berliner Senat dazu auf, ihre Aufgabe, die Interessen der Mieterinnen und Mieter zu schützen ernst zu nehmen.

Wir fordern das Vorkaufsrecht der Stadt ein – auch für unser Haus – auch gegen die undurchsichtigen Geschäftspraktiken von Akelius.

Wir hoffen auf eine große öffentliche Unterstützung, denn es betrifft nicht nur uns, sondern die ganze Stadt.

Schließt euch zusammen – Wir laden alle ein, mit uns zu kämpfen!

Quelle : Flyer und facebook

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20 Jahre QM Schillerpromenade sind kein Grund zum Feiern

Das Quartiersmanagement Schillerpromenade in Neukölln feiert sich heute mit der Eröffnung einer Ausstellung zu 20 Jahren QM in der Infokapelle Hermannstr. 99 . Dagegen gab es Protest mit einem Transparent und der Verteilung eines Flugblatts:

20 Jahre QM Protest

Heute will sich das Quartiersmanagement Schillerpromenade mit einer Ausstellung feiern und “erfolgreiche“ Arbeit dokumentieren. Ja, leider war sie erfolgreich im Sinne der Aufwertung des Kiezes für die Mittelschicht und die Vertreibung unerwünschter Armer. Die Zahl der Bewohner hat sich erhöht, es sind zu 90% Akademiker hinzugezogen und arme Migranten aus ostwärts gelegenen Ländern mussten gehen. Die Mieten haben sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt, Immobilienfirmen bringen immer mehr Häuser in ihren Besitz, immer mehr Wohnungen werden in Eigentumswohnungen umgewandelt und Mieterinnen mit Eigenbedarfsforderungen bedroht.

Quartiersmanagement, Nein Danke!

Schon 2010 wurde in der Stadtteilzeitung „RandNotizen“ geschrieben:
„Das Quartiersmanagement (QM) Schillerpromenade wird nicht gebraucht. Es gehört abgeschafft und zwar eher heute als morgen. Es ist nicht Teil der Lösung der Probleme hier im Kiez oder der ganzen Stadt, sondern Teil des Problems. Das Problem ist der neoliberale Staat, die politische Entwicklung der letzten 20 Jahre mit dem Abbau des Sozialstaats und der öffentlichen Daseinsvorsorge, die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und die verschärfte Degradierung von Menschen zu bloßen Objekten der Vermarktung und In-Wertsetzung. Allein das Wort Management in dem Begriff Quartiersmanagement zeigt schon, wohin die Reise geht. Soziale Probleme sollen nicht gelöst, sondern die Menschen, um die es geht, sollen irgendwie bearbeitet, befriedet und ruhig gestellt werden.“

Task Force Okerstraße

Die Erfahrungen der letzten 9 Jahre bestätigen dies, deshalb wollen wir noch einmal an die Einrichtung der Task Force Okerstraße ( TFO )erinnern, die im Jahre 2008 ins Leben gerufen wurde.
Die TFO hatte es sich zum Ziel gesetzt im Schillerkiez „aufzuräumen“ und „störende Objekte“ zu beseitigen. Es sollte die Antwort auf die „Problemhäuser“ ,besonders das Haus Okerstr. 43 , die „Problemfamilien“ und die „Trinkerproblematik“ im Kiez sein (alle drei Begriffe tauchen so im Strategiekonzept des QM auf ). Was vom QM als gutgemeintes, soziales Projekt vermarktet wurde, entpuppte sich jedoch bei genauerem Hinsehen als ein stigmatisierendes und diskriminierendes Vorgehen, dass konsequenterweise zur Aufwertung des Kiezes und dem Austausch der MieterInnenstruktur führte. Die früher im Haus Okerstr. 43 wohnenden Romafamilien sind weg , das Haus wurde mehrfach verkauft, saniert und die Mieten verdreifacht. Heute gehört es einer Luxemburger Briefkastenfirma namens Firman Properties S.A.R.L., hinter der die Immobilienfirma Pears Global steht. Diese Firma versucht gerade die Kiezkneipe Syndikat aus ihren Räumen in der Weisestr. 56 zu verdrängen.

Schön, dass das Quartiersmanagement endlich verschwindet!

Nun wollen wir dem QM die steigenden Mieten und den Austausch im Kiez nicht alleine zu schreiben, das wäre dann doch zu viel der Ehre. Die Schließung des Flughafens Tempelhof , der sich verengende Berliner Wohnungsmarkt, hat Mietsteigerungen in Gang gesetzt, an deren Ende heute Unternehmen wie Akelius 20 bis 30 € pro qm verlangen. Diesen Prozess der Gentrifizierung hat das QM lange bestritten und mit vielen symbolischen Aufwertungen unterstützt. Deshalb sehen wir keinen Grund das QM zu feiern und sehen seinem Ende mit Freude entgegen. Damals wie heute gilt:
Quartiersmanagement ist keine Lösung ,sondern Teil des Problems.

Noch nicht Verdrängte am 22.8.2019

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Kiezkino im Garten „Prachttomate“

Der Gemeinschaftsgarten Prachttomate im Norden Neuköllns beginnt wieder seine Reihe “Kiezkino im Garten”:

Do 22.08.19, 20.30 Uhr

LUFT ZUM ATMEN, Johanna Schellhagen, D 2019, 70 Min.

Im Anschluss: Gespräch mit der Filmemacherin

Mit Infos zur Kampagne „Schule in Not“ und zur Situation der Belegschaft des WombatsHostels

Mi 28.08.19, 20.30 Uhr

WHEN TOMATOES MET WAGNER, Marianna Economou, GR 2019, Gr.m.engl.Ut., 72 Min.

Im Anschluss: Gespräch mit Leuten aus Griechenland

Di 03.09.19, 20.30 Uhr

FRAUEN BILDET BANDEN, Christine Lamberty / Maria Baumeister (FrauenLesbenFilmCollectif Las Otras Berlin), D 2019, 77 Min.

Im Anschluss: Austausch mit einer Regisseurin

Do 05.09.19, 20 Uhr

CHAO – LANDLESS, Camila Freitas, BR 2019, Portug.m.engl. Ut, 112 Min.

Davor um 19 Uhr eine Einführung von zwei Vertretenden der Landlosenbewegung MST, nach dem Film ein kurzer Austausch. In Kooperation mit: Freundinnen der Landlosenbewegung MST, FDCL, Brasilien Initiative Berlin.

Do 12.09.19, 20 Uhr

DIE ROTE LINIE – WIDERSTAND IM HAMBACHER FORST

Karin de Miguel Wessendorf, D 2019, 115 Min.

Im Anschluss: Austausch mit Leuten aus dem Hambi bzw. aus dessen Umfeld

Ort: Gemeinschaftsgarten Prachttomate, Bornsdorder Str. 9-11 (Nähe U7-Karl-Marx-Str.)
Bei Regen: Café Linus, Hertzbergstr. 32
Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Kurze Filmbeschreibungen auf Prachttomate und Rixdorfer Kiezforum

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Immobilienfirma Akelius will Mieterin in Neukölln rauswerfen

Unsere Freundin und Genossin hat Stress. Seit langer Zeit unterstützt sie stadtteilpolitische Aktivitäten von Unten und engagierte sich wiederholt gegen Zwangsräumungen, macht sich stark für Projekte, die bedroht sind und organisierte Strassenfeste mit.
Sie lässt sich von ihrer widerständigen Haltung nicht abbringen. Nun soll sie weggentrifiziert werden, sie hat noch eine geringe Miete. Die Immobilienfirma Akelius hat ihr die Wohnung gekündigt wegen “verspäteter” Mietzahlungen. In einem ersten Prozess im März 2019 interessierte sich das Amtsgericht Neukölln nicht für die Hintergründe , stimmte dem Akelius-Anwalt zu und bestätigte die Kündigung. Ihrem Anwalt gelang es eine neue Verhandlung vor dem Landgericht Berlin zu erreichen.

Kommt zur Verhandlung und zeigt euch solidarisch!

Freitag, 23. August 2019 um 12 Uhr
Landgericht Berlin, Littenstr. 12-17
im 3. OG Raum 3501

Akelius enteignen

Infos zu Akelius auf der Website der Vernetzung der Berliner Akelius-Mieter*innen
Die Vernetzung hat ein grosses Dossier mit umfangreichen Informationen zu den Hintergründen und Vorgehensweisen der Immobilienfirma Akelius erarbeitet. Es wurde vor einigen Tagen auf einer Veranstaltung vorgestellt: Pressemitteilung vom 12.08.2019
Mieter*innen von Akelius veröffentlichen Dossier: Mietpreise bei Neuvermietungen bis zu zehn Euro über dem Mietspiegel.

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Mieter*innen-Versammlung Schillerkiez 18. August

Mieter*innen-versammlung am Sonntag, den 18.8.2019 um 16 Uhr Nachbarschaftstreff Mahlower Str. 27

Mieter*innen-Versammlung Schillerkiez

Bei der fünften Versammlung geht es um:
• aktuelle Entwicklung im Kiez
• Kennenlernen von Nachbar*innen
• gemeinsame Aktion planen gegen Vermieter*innen,Mieterhöhungen, Hausverkäufe, Kündigungen, …

Während der Versammlung wird es Kinderbetreuung geben. Bitte schreibt uns vorher kurz eine E-Mail an: wirsindviele@riseup.net , wenn ihr diese nutzen möchtet.

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