Besuch bei Cresco Real Estate

Empörte Anwohner*innen aus Rixdorf besuchten heute die Geschäftsräume des Immobilienunternehmens Cresco. Sie protestierten gegen Pläne an der Braunschweiger Straße 21 in Neukölln einen 7-stöckigen Bau mit 280 Micro-Apartments zu errichten.

Hier ihre Pressemitteilung:
Berlin, 13.08.2020. Heute morgen besuchten sechs Anwohnerinnen von Rixdorf die Geschäftsräume der Cresco Real Estate in der Rudi-Dutschke-Str. 26. Die Aktivistinnen der Gruppe DaWoEdekaMaWa überreichten einen goldenen Betonklumpen als symbolhafte Auszeichnung für maximalen Profit. Die Protestaktion stellt sich gegen ein Bauvorhaben für hochpreisige Microapartments in der Braunschweiger Straße 21 in Neukölln. Um die Fläche schwelt seit über einem Jahr ein Konflikt zwischen Anwohner*innen und Immobilienunternehmen.

Maria Saalfeld, Anwohnerin und Aktivistin: “Der Konzern Cresco Real Estate plant Mikroappartments für Makro-Brieftaschen. Keine*r hier kann sich solches Wohnen leisten. Was wir brauchen ist bezahlbarer Wohnraum und keine Luxus Appartments, die zu Verdrängung führen.” Das Unternehmen Cresco Real Estate plant derzeit mit seinem Projekt Rix den Bau von ca. 280 Kleinstappartments für Studierende auf sieben Etagen 1). Cresco verwaltet in Berlin unter dem Namen Neonwood bereits zwei solcher Studierendenresidenzen. Das günstigste Mietangebot beziffert sich bei 17 möbilierten Quadratmetern auf 630 € Warmmiete, befristet auf ein halbes oder ganzes Jahr.

Der aktuelle Bebauungsplan für das Projekt wird derzeit beim Bauamt Neukölln geprüft. Maria Saalfeld dazu: “Die Bezirkspolitikerinnen ziehen sich gerne aus der Verantwortung. Das neue Bauvorhaben darf auf keinen Fall genehmigt werden. Wir fordern bezahlbaren Wohnraum im Interesse der Anwohnerinnen oder eine gemeinschaftliche Freifläche. Der Bezirk muss das Projekt stoppen.”

Die Gruppe DaWoEdekaMaWa engagiert sich seit Mai 2019, um die Bauvorhaben auf dem Gelände der Braunschweiger Strasse 21 aufzuhalten. Die Gruppe besetzte zunächst das Gelände und etablierte einen Nachbarschaftsgarten, der im Juni 2019 unter Polizeischutz und Gewaltanwendung geräumt wurde 2). Anfang 2020 ging das Gelände laut Insiderinformationen für rund 27 Mio 3) an die Cresco Real Estate über, die nun die besagte Studierendenresidenz plant. Der Wert des Grundstückes in der Braunschweiger Straße 21 stieg damit innerhalb von 7 Jahren um das 17-fache.

Die Initiative DaWoEdekeMaWa plant bereits eine Veranstaltung für den Kiez, um über das Vorhaben von Cresco und eine nach wie vor investor*innenfreundliche Politik zu informieren.

Besuch bei Cresco Real EstateKontakt:

Email: kiezbrache55@riseup.net
Telefon: 0151 75597318
Fotos zur freien Verwendung (ab 13.8. ca 13 Uhr):
weitere Fotos bei Flickr
Twitter: twitter.com/EdekaWo
Blog: edekawo.noblogs.org

1 Cresco Real Estate: www.crescore.de/projects/rix-berlin/
2 Blog DaWoEdekaMaWa edekawo.noblogs.org/
3 Die Gruppe DaWoEdekaMaWa beruft sich bei der Angabe der Wertsteigerung des Grundstückes auf ihnen von Insidern des Unternehmens Sanus AG zugespielte Informationen, die zunächst nicht überprüft werden konnten, aber plausibel erscheinen.

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