alle und alles unter Kontrolle!
In den letzten Jahren war viel von der „kreativen Klasse“ und der „kreativen Stadt“ die Rede, Begriffe, mit denen sich Städte und ihre Regierenden international vermarkteten, um Investoren und Geld anzulocken. Die Städte wurden und werden umgebaut, und das nicht im Interesse der Mehrheit der dort lebenden Menschen. Diese Ideologien verlieren zunehmend ihren Glanz, es muss etwas neues her. Die „smarte Stadt“ oder „Smart City“ sind die neuen Kampfbegriffe der Herrschenden, mit denen uns die Unterordnung unter die kapitalistische Verwertungsideologie beigebracht werden soll. Zunehmend wird die technologische Entwicklung ( IT-Technik, Internet, Smartphones usw. ) zu einem Hauptkampffeld. Capulcu eine Gruppe von technologie-kritischen Aktivist*innen und Hacktivist*innen beschäftigt sich mit diesen Themen und veröffentlicht lesenswere Analysen dazu.
Deshalb hier dieser Text von ihrer Website, der sich mit den Hintergründen der „Smart City“ Propaganda beschäftigt und dies in den Zusammenhang mit den Kämpfen gegen Vertreibung und Gentrifizierung stellt.
Menschen leben gegen die Technocluster
„Smart Cities“ im Terrain der Kämpfe
Der Trommler und Tänzer Benito Santiago ist das Kind philippinischer Einwanderer in die Vereinigten Staaten, wo er in San Francisco aufwuchs. 2013 erhielt er den Räumungsbefehl eines Spekulanten nach dem „Ellis-Gesetz“ (gesetzliche Kündigungs-,besser: Vertreibungsmöglichkeit bei Umwandlung eines Mietwohnungshauses in Eigentumswohnungen). Nach einem Jahr von direkten Aktionen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gruppen wie „vertreibungsfreies San Francisco“ erreichte Benito sein Bleiberecht. Claudia Tirado kam im Alter von 11 Jahren von Tijuana in die Vereinigten Staaten. Seit kurzem sieht auch sie sich dem Angriff einer solchen „Ellis-Vertreibung“ ausgesetzt und kämpft noch immer um ihr Bleiberecht. Sie sagt: „Da ist doch nichts Verkehrtes daran, Hausmeister*in zu sein. Oder Lehrer*in. Oder Busfahrer*in. Oder Taxifahrer*in oder Dienstmädchen. Verkehrt ist der Mangel an Menschlichkeit oder Respekt, den wir kriegen.“ Benito und Claudia sind zwei von zig Tausenden Opfern der Vertreibungsangriffe der letzten Jahre in San Francisco.
Über 12 000 sind vertrieben worden. Viele von ihnen gehören zu den 7000 Obdachlosen, die den öffentlichen Raum bevölkern, Gehsteige, Parks, Hauseingänge, in Zelten und kleinen Zeltsiedlungen. Die Verachtung, der sie tagtäglich von Seiten ihrer Vertreiber, zumeist im Techsektor beschäftigt, ausgesetzt sind, erreichte im Februar einen widerlichen Höhepunkt. In einem offenen Brief an die Stadt schäumte ein Tech-Reicher gegen „das Gesindel“, das San Francisco zum Slum mache. „ Ich weiß. Die Leute sind über die Gentrifizierung in der Stadt frustriert…Aber die Wirklichkeit ist, dass wir in einer freien Marktgesellschaft leben. Die reichen arbeitenden Leute haben ihr Recht verdient, in der Stadt zu leben. Sie sind rausgegangen, haben eine Ausbildung gemacht,. arbeiten hart und haben es verdient. Ich sollte mich nicht sorgen müssen, angepöbelt zu werden. Ich sollte das Leiden, die Mühsal und die Verzweiflung der Obdachlosen nicht auf meinem Weg zur Arbeit jeden Tag ansehen müssen.“ Die öffentliche Empörung über diesen Brief hat sicher dazu beigetragen, dass Zeltbewohner ihre Weigerung gegen die städtische Order zur Auflösung ihrer Siedlung bekräftigt haben und die Stadt erst mal zurückgesteckt hat.
























