Räumungsklage gegen Syndikat eingereicht

Aufruf der bedrohten Kiezkneipe Syndikat in Neukölln:

Ende Legende? – Räumungsklage gegen Syndikat eingereicht

Wir ihr mit Sicherheit wisst, haben wir seit dem 01.01.2019 keinen gültigen Mietvertrag mehr. Am Tag darauf sollten wir die Schlüssel an Vertreter*innen der Hausverwaltung Deutsche Immobilien Management (DIM) abgeben. Das haben wir nicht getan, sondern sie durch eine unserer Anwält*innen wissen lassen, dass wir – wie die 33 Jahre davor – in unseren Räumen bleiben werden.

Wir haben gehofft, dass der Druck und das öffentliche Interesse der letzten Wochen und Monate unsere „Eigentümer“ Pears Global Real Estate Germany, die sich hinter der Luxemburger Briefkastenfirma „Firman Properties sarl“ verstecken, dazu bewegt haben, unsere Kündigung zu überdenken. Da der Berliner Ableger der Pears Gruppe sich jeglichem Gespräch verweigert hat – sowohl mit uns, als auch mit der Presse und Lokalpolitiker*innen – sind wir schlussendlich sogar nach London gefahren, um am Hauptsitz der Pears Group an verschiedenen Orten ihres Firmen- und Stiftungsgeflechts zu protestieren und mit Verantwortlichen zu sprechen.

All dies hat bislang nichts genutzt. Wie wir am vergangenen Donnerstag erfahren mussten, hat die Rechtsanwaltskanzlei Groß, im Namen der Briefkastenfirma, am 14. Januar Räumungsklage beim Landgericht Berlin eingereicht.

Großzügig wurde uns das Angebot gemacht, dass wir bei einer freiwilligen Herausgabe unserer Räumlichkeiten über diesbezügliche Modalitäten verhandeln könnten. Unterm Strich könnten wir uns also das Ende einer 33 jährigen Kiezinstitution noch vergolden und vielleicht den Umzug bezahlen lassen. Aber jeder Tag, den das Syndikat weiter geöffnet hat, ist für uns – unsere Gäste und unseren Kiez – mit Geld nicht aufzuwiegen.

Was passiert jetzt?

Wir warten darauf, bis das Landgericht Berlin einen Verhandlungstermin für den Räumungsprozess ansetzt. Wie lange das dauert, können weder wir, noch unsere Anwält*innen seriös einschätzen. Wir werden natürlich bis dahin keine Däumchen drehen, sondern weiterhin unseren Protest und unsere Wut in die Öffentlichkeit, auf die Straße und zu den Verantwortlichen tragen. Wenn die Gegenseite geglaubt hat, wir würden durch die Räumungsklage resignieren, wollen wir sie eines Besseren belehren. Sollte es nun in absehbarer Zeit zu Ende gehen, dann nicht mutlos und leise, sondern laut, leidenschaftlich und wütend.

Was könnt ihr tun?

Die Gegenseite weiß, dass sie mit uns keine einfache 08/15 Kneipe rausschmeißen will und hat das mit vielfachem Protest und Öffentlichkeit auch zu spüren bekommen. Sorgen wir weiterhin dafür das der Druck bestehen bleibt und steigt. Konfrontieren wir alle Beteiligten mit unserem Protest und machen wir die Sache für sie so unangenehm wie möglich. Wer einem Kiez einen wichtigen Teil seiner Infrastruktur wegnehmen will, muss damit leben, dass dies nicht unwidersprochen bleibt.

Konkret meinen wir:

Solidarität & Öffentlichkeit

Macht deutlich und sichtbar, was ihr vom drohenden Ende des Syndikats haltet und auf welcher Seite ihr steht. Hängt Soli-Banner von euren Balkonen, oder Soli-Botschaften in die Fenster. Legt Flyer in eurer Umgebung aus, macht Soli-Fotos, schriebt Soli-Statements, organisiert Veranstaltungen, beteiligt euch an unseren Aktionen, teilt unsere Posts und Termine in den sozialen Medien und seid nicht scheu, auch immer wieder klar und namentlich zu benennen, wer für unsere Verdrängung verantwortlich ist. Denn es ist immer eine bewusste Entscheidung, auch als Hausverwaltung oder Anwaltskanzlei, sich als Handlanger an der aktiven Zerstörung gewachsener Kiezstrukturen zu beteiligen, oder eben nicht.

Konfrontiert die Verantwortlichen

Pears Global go!

Jede Entscheidung, jede Aktion erzeugt eine Reaktion. Das ist eine elementare Erfahrung, die jede*r von uns schon in frühsten Jahren macht und dies gilt natürlich auch im Geschäftswesen. Wir finden es legitim, persönlichen Protest dorthin zu tragen, wo Entscheidungen, mit denen wir nicht einverstanden sind getroffen und umgesetzt werden. Also sagt den Verantwortlichen klar und deutlich, was ihr vom drohenden Ende des Syndikats haltet, was euch das Syndikat bedeutet und wieso ihr es wichtig findet, das wir bleiben. Bekanntlich funktioniert Informationsaufnahme besonders gut, wenn sie durch verschiedene Methoden und Mittel stattfindet. Seid also kreativ. Aber denkt bitte auch daran, dass die*der Sachbearbeiter*in oder andere kleine Rädchen in so großen Firmen, die wenigste Verantwortung und Entscheidungsgewalt tragen.

Kämpft auch für andere bedrohte Projekte und die Stadt von Unten

Wir kämpfen nicht nur, um unseren eigenen Arsch zu retten. Unser drohendes Ende ist kein Einzelfall, sondern Symptom einer völlig verkorksten Stadtpolitik, in der Eigentum und Rendite weniger, über den Bedürfnissen vieler stehen. Und in diesem brutalen System geht es natürlich denjenigen zuerst an den Kragen die dieses Spiel nicht mitspielen wollen, oder können. Selbst wenn wir es doch schaffen das Syndikat zu retten, werden gleichzeitig viele andere dieses Glück nicht haben. Wir brauchen also einen radikalen Wechsel in den Grundsätzen, nach denen Wohnen, Leben und Arbeiten in dieser Stadt und überall funktioniert.

Solidarisiert euch mit den anderen, akut von Schließung und Verdrängung bedrohten Projekten und Orten, wie der Meuterei, der Liebig34, Potse & Drugstore, G17A, Kamil Mode, Lause, Freibeuter, oder der Rummelsburger Bucht. Seid solidarisch mit euren Nachbar*innen, wenn sie von Kündigung, Zwangsräumungen und Verdrängung bedroht sind. Organisiert euch in euren Freundeskreisen, euren Häusern, euren Kiezen, nehmt keine Ungerechtigkeit, keine Schikane einfach widerspruchslos hin, sondern widersetzt euch. Gemeinsam & solidarisch. Und vor allem: Macht immer und überall öffentlich Druck. Druck gegen Investor*innen, für die nur die Rendite und nicht eure Bedürfnisse zählen. Druck auf die Politik, die das Loblied des freien Marktes jahrzehntelang mitgesungen hat. Und Druck auf alle, die diese brutale Zerstörung unserer Wohn- und Lebensräume mittragen, unterstützen und umsetzen.

Lasst uns gemeinsam 2019 zu einem Jahr der Entscheidungen machen. Und lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese Entscheidungen klar und deutlich ausfallen. Wir wollen eine andere Stadt, eine solidarische Stadt, eine Stadt von Unten.

Quelle: https://syndikatbleibt.noblogs.org/post/2019/01/26/ende-legende-raumungsklage-gegen-syndikat-eingereicht/

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Künstlerische Arbeiten gesucht

Ein Aufruf der Berliner Mietergemeinschaft für Neukölln:

Ich zeig dir was Neukölln

Für die Ausstellung ‚Ich zeig‘ dir was! – Wohnen und Leben in Neukölln‘ im Frühjahr/Frühsommer 2019 suchen wir eure künstlerischen Arbeiten!

Gebt eure Beiträge im Original oder auf CD-ROM donnerstags zwischen 10 und 18 Uhr in der Sonnenallee 101 ab oder schickt sie per E-Mail an verwaltung@bmgev.de oder postalisch an die BMG, Möckernstraße 92, 10963 Berlin, Stichwort »Ausstellung NK«,
Einsendeschluss ist der 28. Februar 2019.

Versicherungsschutz können wir leider nicht bieten, die zeitweilige Überlassung der Werke erfolgt auf eigene Gefahr.

Wir freuen uns auf eure Einsendungen!

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Mieter*innen-Versammlung Schillerkiez 20.1.2019

Nach einer ersten Versammlung am 2. Dezember 2018 folgt nun eine zweite:

Sonntag, 20.Januar 2019
16 Uhr, Syndikat( Weisestr. 56 )

Mieter*innen-Versammlung Schillerkiez

Was ist eine Hausversammlung?
Warum schließen sich immer mehr Nachbar*innen zusammen?
Wie organisieren wir auch in unserem Haus eine Versammlung?

Wir möchten einladen zu einem Kennenlernen und Austausch über die konkreten Situationen in unseren Häusern.
Wir möchten mehr Hausversammlungen im Schillerkiez unter­stützen. Bereits organisierte Häuser können berichten und sich untereinander vernetzen.
Für komplizierte rechtliche Fragen wird uns ein Mietanwalt unterstützen. Bei Bedarf kann es auch eine kostenlose Einzel­beratung geben.
Im Schillerkiez werden immer höhere Mieten von uns verlangt. Viele widersetzen sich. Nur gemeinsam können wir dem Mietenwahnsinn was entgegen setzen. Akelius, Covivio, Deutsche Wohnen und ­andere wollen ihre Profite steigern. Wohnraum wird zur Ware und wir sollen gehen. Lasst uns ­gemeinsam den Schillerkiez zu einem Verlustgeschäft für Investor*innen machen und unseren Wohnraum und Lebensstandard verteidigen.

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Kiezversammlung zum Syndikat 13. Januar 2019

Das Syndikat hat weiter offen und ruft auf zu einer Kiezversammlung am Sonntag, den 13. Januar 2019 um 16 Uhr

Kiezversammlung Syndikat 13.Januar 2019

Das Syndikat ist tot – lang lebe das Syndikat!

Seit dem 01.01.2019 hat das Syndikat keinen gültigen Mietvertrag mehr. Trotz der großen Öffentlichkeit, vielen unterschiedlichen Aktionen und einer Vielzahl an Presseartikeln beharren unsere Eigentümer, die Pears Gruppe, bislang auf der Kündigung und verweigern jegliche Kommunikation, sowohl mit uns, als auch mit Journalist*innen, oder Politiker*innen.

Ende Dezember hat sogar eine Delegation von uns die Pears Group an ihrem Stammsitz in London besucht und – unterstützt von lokalen stadtpolitischen und anarchistischen Gruppen – dort für einigen Wirbel gesorgt.

Wir wollen euch auf der Kiezversammlung von der Reise berichten und auf den neusten Stand bringen. Was bedeutet es, dass wir keinen gültigen Mietvertrag mehr haben? Was steht in nächster Zeit an? Und wie könnt ihr uns jetzt konkret unterstützen?

Kommt zahlreich & bringt gerne eigene Ideen mit.

Sonntag, 13. Januar, ab 16 Uhr im Syndikat

Quelle und weitere Infos: Syndikat Bleibt!

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Kiezversammlung 44 am 6. Januar 2019

Sonntag, 6.1.2019 um 12 Uhr – Öffentliche Kiezversammlung
im Jugendclub Manege, Rütlistr.1-3, 12045 Berlin
Verteidigen wir unseren Kiez gegen Mietsteigerungen und Wohnungsnot!

Aufruf von Kiezversammlung44

Solidarisch gegen Mieterhöhungen und Verdrängung in Nordneukölln
‚Eigenbedarf‘ als Mittel der Verdrängung und Mietsteigerung

Immer mehr Mieter wehren sich: Die Räumungsklagen wegen Eigenbedarf haben erheblich zugenommen, so das Ergebnis einer Umfrage des rbb unter Berliner Richtern. Auch der BerlinerMieterverein geht von einer deutlichen Zunahme von Eigenbedarfskündigungen aus und vermuteteine Dunkelziffer von 15 bis 20 Prozent nicht berechtigter Eigenbedarfskündigungen. Und das vordem Hintergrund, dass ‚Eigenbedarf‘ juristisch gesehen mittlerweile ein ohnehin schon sehrdehnbarer Begriff ist. Mieter müssen nun auch Au-pairs, Pflegekräften oder gelegentlichenVerwandtschaftsbesuchern weichen.

Neben der ‚energetischen Sanierung‘ hält der Gesetzgeber mit der Option derEigenbedarfskündigung für die Eigentümer ein Mittel bereit, unliebsame Altmieter mitverhältnismäßig günstigen Mieten loszuwerden.

Umso mehr freut uns das Urteil des Landesgerichts vom 7.11.2018, in dem die Klage der Eigentümerin zurückgewiesen wurde, sodass Anna nun in ihrer Wohnung in Nordneukölln bleibenkann. Wie es bereits andere Mieter vor ihr erlebt haben, flatterte Anna nach erfolgreicherZurückweisung einer Mieterhöhung kurze Zeit später die Kündigung ins Haus. Eigentümerin derWohnung ist eine im Besitz mehrerer Immobilien befindliche Anwältin, die plötzlich ‚Angst vorAltersarmut‘ hat und in eine nicht renovierte Wohnung ohne Bad und fließend Warmwasser ziehenmöchte. Doch die Richterin hielt die absurden Gründe der Anwältin für nicht glaubhaft und gab
Anna in zweiter Instanz Recht.

Widerstand lohnt sich!
Wir empfehlen:
• Unbedingt für den eigenen Rechtsschutz sorgen (z.B. über die Berliner Mietergemeinschaft)
• Nicht zu früh aufgeben im Rechtsstreit, da man oft erst in der zweiten Instanz gewinnt.
• Immer Kontakt zu den Nachbarn suchen und sich gemeinsam organisieren!
• Regelmäßig beim Amtsgericht Einsicht ins Grundbuch nehmen und überprüfen, ob die eigene Wohnung bereits in Eigentum umgewandelt wurde. Und im Falle einer Eigenbedarfskündigung prüfen, ob der Vermieter noch andere zur Verfügung stehende Wohnungen hat (bei Eigentümerwechsel bestehen Sperrfristen für eine Eigenbedarfskündigung).
Rein kosmetische Veränderungen im Mietrecht werden uns aber aus diesem Schlamassel nicht herausführen. Das System muss grundsätzlich geändert werden:
Wohnraum darf kein Eigentum sein!

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Schillerbar geht – Syndikat bleibt!

Die Wünsche fürs nächste Jahr und
Neues aus der Reihe „Beiträge zur politischen Meinungsbildung im Neuköllner Norden“, diesmal aus dem Schillerkiez.
Seit etlichen Wochen ist die Schillerbar geschlossen. Auf der Website ist was von Umbauarbeiten zu lesen, aber es tut sich nichts in den Räumen. Ein schon im Jahre 2017 eingestelltes Angebot auf Immobilienscout24 Restaurant und Bar im populären Schillerkiez ist inzwischen aus der Vermarktung genommen, aber weiterhin zu lesen. Wäre schön, wenn dieser Laden endlich weg wäre.
Das brachte auch einige Menschen auf die Idee, dass dort gut ein zweiter Laden der bedrohten Kiezkneipe Syndikat in der Weisestr. 56 entstehen könnte, siehe Foto.
Aber es bleibt auch dabei: Syndikat Bleibt .
Schillerbar als zweites Syndikat
Schillerbar geht Syndikat bleibt
Schillerbar geht! Syndikat bleibt!!! / Weisestraße
Weise47 Burn the Rich
Burn the Rich / Weisestraße

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Schillerbar geht – Syndikat bleibt!

Die Wünsche fürs nächste Jahr und
Neues aus der Reihe „Beiträge zur politischen Meinungsbildung im Neuköllner Norden“, diesmal aus dem Schillerkiez.

Seit etlichen Wochen ist die Schillerbar geschlossen. Auf der Website ist was von Umbauarbeiten zu lesen, aber es tut sich nichts in den Räumen. Ein schon im Jahre 2017 eingestelltes Angebot auf Immobilienscout24 Restaurant und Bar im populären Schillerkiez ist inzwischen aus der Vermarktung genommen, aber weiterhin zu lesen. Wäre schön, wenn dieser Laden endlich weg wäre.

Das brachte auch einige Menschen auf die Idee, dass dort gut ein zweiter Laden der bedrohten Kiezkneipe Syndikat in der Weisestr. 56 entstehen könnte, siehe Foto.

Aber es bleibt auch dabei: Syndikat Bleibt .

Schillerbar als zweites Syndikat

Schillerbar geht Syndikat bleibt

Schillerbar geht! Syndikat bleibt!!! / Weisestraße

Weise47 Burn the Rich

Burn the Rich / Weisestraße

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Die Verdrängten im Schillerkiez

Seit heute morgen sitzen einige Puppen in der Herrfurthstrasse in Neukölln. Eine Aktion des Künstlerkollektivs „Reflektor Neukölln“, die damit an die erinnern wollen, die verdrängt wurden oder akut von Verdrängung bedroht werden. Die Idee entstand im Rahmen der Aktivitäten zur Erhaltung der gekündigten Kiezkneipe Syndikat .
Zu den einzelnen Puppen gibt es Informationsschilder, die auch auf der Website Die Verdrängten nachzulesen und zu hören sind.

Hier einige Fotos:

Die Verdrängten vor der Schillerbar

Die Verdrängten

Die Verdrängten

Presseartikel:

Tagespiegel Newsletter Neukölln, 12.12.2018
Kiezgespräch mit dem Künstlerkollektiv.

Berliner Morgenpost, 14.12.2018
Neukölln: Künstlerkollektiv setzt Zeichen gegen Verdrängung Ganze Straßen in Neukölln werden aufgekauft. „Reflektor Neukölln“ setzt Puppen aus, um auf Wohnungsmangel im Schillerkiez hinzuweisen.

Update vom 16.12.2018 mit weiteren Presseartikeln:
Puppen-Protest gegen die Gentrifizierung im Schiller-Kiez
BZ Online,16.12.2018
Ein Kunstkollektiv demonstriert gegen die Gentrifizierung in einem Neuköllner Viertel.

Geister-Figuren entpuppen sich als Aktion gegen Verdrängung
RBB24 Online, 16.12.2018
Geisterhafte Puppen liegen im Berliner Schillerkiez auf der Straße. Die Aktion führt zu einer Website eines Kunst-Kollektivs, auf der die Figuren von ihren prekären Verhältnissen „erzählen“. Eine Aktion gegen Verdrängung – auch in einem ganz aktuellen Fall.

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BoeThie bleibt! Kein Zuhause. Kein Kiez.

Demonstration
Samstag, 15. Dezember 2018 von 12:00 bis 16:00 UTC+01
Thiemannstraße

Aufruf von Bewohner*innen der Böhmischen/Thiemannstraße in Neukölln

Wir, die Bewohner*innen der Böhmischen/Thiemannstraße in Neukölln, kämpfen zur Zeit um unser Zuhause.
Betroffen sind 14 Häuser und 140 Haushalte: 300+ Bewohner*innen, davon 60+ Pensionist*innen, haben Angst, ihre Wohnungen zu verlieren.

Wieder einmal schlagen die Großinvestor*innen zu. Diesmal ist es der Dänische Pensionsfond PFA – immerhin der fünftgrößte Pensionsfond Europas. Der hat sich im Sommer 3700 Wohnungen in Deutschland für schlappe 1,2 Milliarden Euro einverleibt. In dem Paket ist auch unsere denkmalgeschützte Wohnanlage in Neukölln in der Böhmischen/Thiemannstraße.

Sowas beschreibt Khaled Kaissar, geschäfts­führender Gesellschafter der Domicil Real Estate Group, die als Asset- und Portfolio­manager für PFA in Deutschland agiert mit den Worten: „Die Objekte befinden sich überwiegend in guten bis sehr guten Wohnlagen in begehrten Wohnumfeldern. Darüber hinaus bietet das Portfolio zusätzliches Mietsteigerungs­potenzial“ (Zitat aus Handelsblatt )

Die logische Antwort unserer aufmerksamen Nach­barschaft auf so eine Rendite-getriebene Verdrängungs­ankündigung ist eine DEMO: BoeThie bleibt! Kein Zuhause. Kein Kiez. Wir bitten um Unterstützung, so dass es sich hoffentlich bis nach Dänemark rumspricht, dass mit dem angelegten Geld der Pensionierten und Rentner*innen anderswo Menschen aus ihren Wohnungen gejagt werden. In Dänemark können ausländische Investor*innen übrigens nicht ohne weiteres Immobilen kaufen – wie die da wohl drauf kamen?!Ein dänischer Rentenfonds hat in Berlin groß eingekauft. Mieter in Neukölln wollen die Übernahme noch verhindern und hoffen auf das Vorkaufsrecht.

Mehr Infos zu unserem Haus und der Demo gibt es in der Einladung unserer betroffenen Hausgemeinschaft BoeThie, die eine Presse­konferenz am Freitag, 7. Dezember 2018, um 12:00 Uhr, Sonnenallee Berlin-Neukölln 180 im Café Kaktus macht, siehe Pressemitteilung vom 5. 12.2018

Start und Ende: Thiemannstraße
Wir wünschen uns eine bunte, laute, friedliche Demo.
Kommt und sagt „NEIN“ zu Großinvestor*innen und Verdrängung.

Wir wollen nicht verdrängt werden! Wir brauchen eure Unterstützung!

( Quelle: https://www.facebook.com/events/780306172306661/ )

Die „tageszeitung“ hat einen ausführlichen Bericht:
Gute Renten für teure Mieten
Ein dänischer Rentenfonds hat in Berlin groß eingekauft. Mieter in Neukölln wollen die Übernahme noch verhindern und hoffen auf das Vorkaufsrecht.

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Auf zur britischen Botschaft: 6.Dez 2018

Nach wie vor wird das Kneipenkollektiv Syndikat von der reichen Familiendynasie Pears Family aus Großbritannien dazu gezwungen zum Jahresende zu schließen. Darum kommt am Donnerstag vor die Britische Botschaft zu einer Kundgebung.

Der Hauptsitz der Pears Global ist in London. Dort ist die Familie Pears bestens in der Politik vernetzt. Deshalb wird dieses Mal vor der britischen Botschaft demonstriert, damit sie der Protest auch auf diesem Weg erreicht.

Inzwischen haben Recherchen aufgedeckt, dass das Gebäude der britischen Botschaft höchstwahrscheinlich zur Pears Gruppe gehört. Dazu der Text auf dem Blog Syndikatbleibt:

Am kommenden Donnerstag, dem 06.12., setzen wir unsere Kundgebungsreihe “Der Druck muss steigen – damit Syndikat bleibt!” mit einer Kundgebung vor der britischen Botschaft in Berlin-Mitte fort. (Wilhelmstraße / Ecke Unter den Linden) 15:30 Uhr

Unsere ursprüngliche Intention dabei war, dass Botschaften verpflichtet sind, Kundgebungen vor ihren Räumlichkeiten mit Thema derselben zu melden. Da wir wissen, dass die Pears-Gruppe in England ein großer Player, mit besten Verbindungen in die Politik ist, hoffen wir, dass sie unser Protest auch auf diesem Weg erreicht.

Nun ist unserer Recherche-AG aufgefallen, dass die britische Botschaft die Einzige in Deutschland ist, die in privatem Besitz ist. Ein Schuss ins Blaue hat dann tatsächlich ergeben, dass das Gebäude der britischen Botschaft höchstwahrscheinlich zur Pears Gruppe gehört.

Wie sie darauf kommen:

2000: Eröffnung der britischen Botschaft an der Wilhelmstraße 70-71. Es ist die, in Deutschland bislang einzige, Botschaft die privat finanziert wurde und sich seitdem in privatem Besitz befindet. Finanziert wurde das Projekt von Arteos, einer Zweckgesellschaft die vom Baukonzern Bilfinger-Berger gegründet wurde. Der Ursprungsdeal besagt, dass sie das Gebäude 30 Jahre lange betreiben, mit einer Oprtion auf weitere 30 Jahre Verlängerung . Nach Ablauf dieser Zeit, soll das Gelände wieder in Besitz des britischen Staates übergehen. (Quelle: Wikipedia British Embassy )

2003: Kauf des Secondary Market Infrastructure Fund (“SMIF”) durch STAR Capital von Abbey National and Babcock & Brown. Damaliger Portfoliowert: 120 Millionen Pfund. (Quelle: https://www.star-capital.com/portfolio/smif.htm )

2003-2006: Ausbau des „SMIF“ durch STAR Capital. u.A. Erwerb der Britischen Botschaft in Berlin von Bilfinger im Jahr 2006. (Quelle: SMIF / https://en.wikipedia.org/wiki/British_Embassy,_Berlin)

2007: Verkauf von „SMIF“ durch STAR Capital an Land Securities Trillium.(Quelle: SMIF / https://en.wikipedia.org/wiki/British_Embassy,_Berlin)

2008/09: Verkauf des Trillium Teils von Land Securities an Telereal für 750 Millionen Pfund. Telereal ist eine bzw. die zentrale Immobiliengruppe „kontrolliert von der familiengeführten William-Pears-Group“. (Quelle: telegraph )

Wir haben noch keine aktuelle Bestätigung, dass die Besitzverhältnisse immer noch so sind. Aber wir haben auch keine gegenteiligen Meldungen. Somit gehen wir davon aus, dass das Gebäude der britischen Botschaft ebenfalls Teil des Pears-Immobilien-Netzwerks ist.

Ein weiterer und wichtiger Grund für uns – hoffentlich gemeinsam mit vielen anderen Menschen – am kommenden Donnerstag, den 06.12., ab 15:30 Uhr gegenüber der Botschaft (an der Ecke Wilhelmstraße / Unter den Linden) für den Erhalt des Syndikats zu demonstrieren.

Wir freuen uns über Redebeiträge anderer Projekte, Häuser und Gruppen, eigene Schilder, Transparente oder was euch sonst noch einfällt.

– Do, 06.12. | 15:30 Uhr | vor der britischen Botschaft (Wilhelmstr. 70,
Mitte) | Kundgebung: Kiezkultur von Unten erhalten und verteidigen –
Syndikat bleibt!

Quelle: https://syndikatbleibt.noblogs.org/post/2018/12/04/kundgebung-am-06-12-vor-der-britischen-botschaft-eine-weitere-pears-immobilie/

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